Gegner-Vorschau, Teil 9: VfR Aalen

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Bei Aalen hatte ich die Möglichkeit, mit VfR-Fan Stefan ein Interview zu führen. Die Bilder der Scholz Arena stammen ebenfalls von ihm. Vielen Dank für das Interview und die tolle Zusammenarbeit an dieser Stelle!

Grumbeerstambes: Hallo Stefan! Glückwunsch zum Aufstieg! Wie fühlt man sich so als Neu-Zweitligist?
Stefan: Hallo und Danke! Selbst nach gut zwei Monaten, kann ich es immer noch nicht so recht fassen. Mit dem Aufstieg in die zweite Liga ist einfach ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen. Vor allem nach dem zwischenzeitlichen Abstieg in die Regionalliga war dieser Traum in weite Ferne gerückt.

Entsprechend war eure abgelaufene Saison ziemlich erfolgreich. Woher kommt der Erfolg? Was sind die Stärken, die euer Team so stark macht?
Unsere größte Stärke war das Team an sich. Jeder kämpfte für den anderen und der Zusammenhalt war einfach riesig. Dazu hatten wir einen Robert Lechleiter in der Mannschaft, der mit 14 Toren und 10 Vorlagen maßgeblich am Erfolg beteiligt war. Ein weiterer Erfolgsgarant war unser Trainer Ralph Hasenhüttl, der den Verein als Abstiegskandidat übernommen hat und die Mannschaft innerhalb von einem Jahr zu Aufstiegshelden machte.

Gibt es auch Dinge, die ihr noch verbessern solltet vor dem Start in der zweiten Liga?
Es fehlte klar in der Breite des Kaders. Den Ersatzspieler fehlte es merklich an der nötigen Qualität. Aufgrund der bisher getätigten Transfers bin ich allerdings optimistisch eingestimmt, was die dies angeht. Außerdem muss das Stadion noch an manchen Stellen zweitligatauglich gemacht werden. Die von der DFL geforderten Umbaumaßnahmen werden aber (hoffentlich!) bis zum ersten Heimspiel fertig.

Mal ein Blick auf die Dinge abseits des Platzes: Was macht euren Verein so besonders?
Der Verein besitzt ein sehr „eigenes“ Fußballpublikum: Wenn die Mannschaft gut spielt, wird sie über den Himmel hinaus gelobt und selbst der FC Barcelona hätte in den Augen derjenigen keine Chance gegen den VfR.
Spielt die Mannschaft allerdings schlecht, dann zeigt der so genannte „Ostalb-Bruddler“ (Bruddler = schwäbisch für Nörgler) sein wahres Gesicht. Jeder Fehlpass führt zu Pfiffen und teilweise auch zu Beleidigungen. Selbst Tore der Gastmannschaft wurden im Extremfall schon bejubelt. Die „Ostalb-Bruddler“ sind aber meistens Gelegenheitsbesucher, welche den Rest der umliegenden allerdings oftmals anstecken.
Generell lässt sich aber feststellen, dass in Aalen Einsatz, Wille und Kampf höher honoriert werden als Schönspielerei.

Die Fans des 1. FC Kaiserslautern gelten als sehr reisefreudig. Was kannst du uns über eure Scholz Arena erzählen?
Die Scholz-Arena ist ein reines Fußballstadion und ist bereits seit 1949 Heimstätte des VfR. Im Jahr 2001 begann der bisher größte Umbau des Stadions zu seinem heutigen Erscheinungsbild. Dank einer neuen Fantribüne bietet das ehemalige Waldstadion für knapp über 13.000 Zuschauer Platz.
Für die Gästefans stehen je nach Bedarf zwischen 1.250 und 5.000 Stehplätze zur Verfügung, welche sich auf der Westtribüne befinden. Zudem gibt es noch einen separaten Sitzplatzbereich auf der Nordtribüne, welcher sich direkt neben dem eigentlichen Gästeblock befindet und überdacht ist (ca. 300 Plätze).

Im Schnitt kommen deiner eigenen Aussage nach durchschnittlich 4.457 Zuschauer zu euren Heimspielen. Was kannst du uns über die Fanszene in Aalen sagen?
Kurz beschrieben: Klein, aber fein! Viele Jahre wurden die Fans von einer Ecke des Stadions zur anderen geschoben, sodass sich die Fanszene nie wirklich etablieren konnte. Zur Rückrunde der vergangenen Saison wurde eine Fantribüne hinter dem Tor aufgestellt, wodurch sich die Stimmung im Stadion enorm verbessert hat. Inwieweit allerdings die neue Fantribüne die positive Entwicklung der Fanszene weiter anschieben wird, bleibt abzuwarten.

Was sollte man über die Geschichte des Vereins wissen? Gibt es irgendwelche Aalener Fußballgrößen?
Der Verein für Rasenspiele wurde am 8. März 1921 gegründet. Sein Vorgängerverein (Arminia Aalen) existierte allerdings schon seit 1907. Vor dem Ausbruch des zweiten Weltkriegs spielte der VfR erfolgreich in der damals höchsten Liga Baden-Württembergs, der Gauliga. Nach dem Krieg wurde man allerdings nicht mehr dort berücksichtigt.
In den „goldenen 70ern“ herrschte in der ganzen Region Fußballeuphorie. Leider verlor man aber die Aufstiegsspiele zur zweiten Liga gegen den SSV Reutlingen.
Seit der Saison 1999/2000 spielte der VfR, bis auf eine einjährige Unterbrechung (2009/10), in der dritthöchsten Liga Deutschlands (Regionalliga Süd & Dritte Liga).
Der wohl bekannteste ehemalige Spieler ist zweifelsohne Dieter Hoeneß. Der jüngere Bruder von Uli Hoeneß ging zwischen 1973 und 1975 als Stürmer für den VfR auf Torejagd und wechselte anschließend zum VfB Stuttgart.

Abschließend noch die Frage, was du von dieser Saison erwartest und was du dir wünschen würdest?
Alles außer der sofortige Durchmarsch in Liga Eins wäre für mich eine herbe Enttäuschung! Spaß beiseite. Der Klassenerhalt wäre für den VfR ein noch größerer Erfolg als der eigentliche Aufstieg, sodass dieser mein einziger Wunsch ist. Dementsprechend sind auch die Erwartungen sehr gering. Wobei so ein Auswärtssieg auf dem „Betze“ schon etwas wäre… 😉

Möchtest du an dieser Stelle noch etwas loswerden?
Der VfR hat durchaus die Berechtigung auf das „Prädikat“ Traditionsverein. Der VfR ist zwar ein verhältnismäßig kleiner Traditionsverein, aber weitaus ehrenwerter als die TSG Hoffenheim oder vergleichbare Plastikclubs wie zum Beispiel unser Lokalrivale Heidenheim.
Ich kann nur jedem empfehlen bei dem Auswärtsspiel in Aalen auch die wunderschöne Altstadt mit dem Kneipenviertel zu besichtigen und einen Döner zu essen. Schließlich wurde „der Gerät“ in Aalen erfunden!

Vielen Dank für das Interview!

Ergänzung zum Interview: VfR Aalen hat momentan ca. 680 Mitglieder.

Bilanz

Kaiserslautern und Aalen traten bisher noch in keinem Ligaspiel gegeneinander an.

Achtung: Alle Informationen wurden so gut wie möglich recherchiert. Bei falschen Informationen bitte an grumbeerstambes[@]gmail.com wenden!

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