„Auswärtsfahren macht schön…“

„…Auswärtsfahren macht sexy! Auswärtsfahren ist toll!“ So fängt einer der bekanntesten und populärsten Schlachtgesänge bei Auswärtsreisen an. Und in der Tat, Auswärtsfahrten sind immer lustig, unterhaltsam und selten bis nie langweilig. So ging es gestern mal wieder im voll besetzten Sonderzug auf die Ostalb nach Aalen. Ca. 5 Stunden von Kaiserslautern nach Aalen unterwegs, gab es auf der Hinfahrt schon einige lustige Anekdoten. Auch die ein oder andere neue Bekanntschaft wurde geschlossen.

Zwischenhalte bei Sonderzügen sind auch immer sehr unterhaltsam. Aussteigen, mal Krach machen, Nachschub in Sachen Getränke holen. Dieses Mal wars in Stuttgart. Für ca. zwanzig Minuten war der Stuttgarter Hauptbahnhof farblich und stimmlich fest in Lautrer Hand. Auswärtsfahren ist toll!

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Zwischenhalt in Stuttgart

Am Ort der Bestimmung wird man in der Regel von der Polizei in Bussen oder zu Fuß zum Stadion geleitet. In Aalen zum Beispiel läuft man die 20-25 Minuten durch die Innenstadt und eine Wohnsiedlung zum Stadion. Der erste Eindruck dort eigentlich recht positiv, kein Anstehen und keine Probleme beim Einlass. Super.

Die Gästekurve ersteckt sich über eine ganze Tribüne und noch einigen Sitzplätzen auf der Nordtribüne. Die große Tribüne sollte jedoch auch ein Problem werden, da die zwei Vorsänger auf dem Zaun sich relativ weit rechts postierten. So wurde meiner Meinung nach viel Potential verschenkt und nur selten die ganze Kurve mobilisiert. Von meinen bisherigen Auswärtsspielen neben Mainz und Freiburg der schlechteste Auswärtsunterstützung von uns.

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Blick vom Gästeblock

Weil Auswärtsfahren nicht nur schön sondern auch durstig und hungrig macht, ergab sich die Gelegenheit, die kulinarische Ostalb kennen zu lernen. Für Gästefans gab es ledigliche alkoholfreies Bier, welches (im Gegensatz zu Krombacher oder so, welches gar nicht mal sooooooo schlimm ist) einfach nur eklig schmeckte. So eklig, dass wir es am Ende mehr oder weniger absichtlich ausschütteten umtreten ließen. Da schmeckte sogar das „sääschwarme“ 5,0-Bier (wäh…) besser. Aber ne schöne Aussicht in Aalen für Gästefans, da kann man nicht meckern. Da hat so mancher Bundesligaverein (Freiburg) beschissenere Gästeblöcke.

Das Spiel unserer Mannschaft war nicht gut, vor allem in der zweiten Halbzeit hatte der VfR die Oberhand und konnte seine vielen Chancen nicht verwerten. Der erste Elfmeter für den FCK war keiner (ich konnte keine wirkliche Berührung sehen, mich kotzt dieses Rumgeschwalbe heutzutage nur noch an, egal ob eigene oder gegnerische Mannschaft), der Elfer für den VfR war einfach nur „sau dabbisch drangestellt“, wie der Pfälzer sagt. Das 2:1 hab ich nicht mal gesehen, weil ich auf dem Weg war herauszufinden, ob die Stadionwurst die Plörre von Bier wieder rausreißen kann…

Das wurd auch nix. Die Stadionwurst schmeckte nach gar nix, einfach nicht lecker. So war das Leckerste was ich an diesem Tag essen sollte ein kaltes Schnitzel-Sandwich, das ich mir vor Fahrtantritt in Kaiserslautern gekauft und eingepackt habe. Herrje. Da erinnere ich mich doch gerne an zum Beispiel Nürnberg zurück (Zitat: „Guck mal, der Pfälzer isst en Schnitzel!“ – „Ja, sowas gibts bei uns auch. Verrückt, hm?“), da hat das Essen im Stadion gemundet. Wenn ich mich recht zurückerinnere.

Zur Stimmung der Gäste hab ich mich ja schon ausgelassen. Dafür, dass Aalen nur so ein kleiner Verein ist, haben sie doch schon 150-200 Stimmungsmacher zusammen bekommen, die auch oft zu hören waren. Was gar nicht geht sind diese Pappklatschen (wo wir schon wieder bei Mainz und Freiburg wären) und dieses Elefantengeräusch bei jedem Eckball. Meine Güte.

Nach dem Spiel… Moment, so weit sind wir noch nicht. Das letzte Mal, das ich einem FCK-Sieg beiwohnte, war der 22. Oktober 2011 im Heimspiel gegen den SC Freiburg. Seitdem war ich bei 15 Spielen dabei gewesen und habe keinen einzigen Dreier mehr „live“ gesehen (zumale da eh nur noch der in Berlin dabei war). Das sind 293 Tage. 293 verdammt lange, quälende Tage! Wisst ihr, wie das ist, nach so einer langen Durststrecke ein Fußballstadion endlich mal wieder als Sieger zu verlassen? Wahrscheinlich nicht. Es ist einfach Erleichterung pur.

So. Nach dem Spiel hat uns die grün-weiße blau-weiße Pozilei wieder gesammelt und uns wieder zum Bahnhof gebracht. Auf dem Weg lag ein Penny, von diesem Angebot wollten einige Schwerverbrecher Fußballfans Gebrauch machen und sich für die Rückfahrt mit Getränken eindecken, jedoch erlaubte uns die Polizei das nicht. Die offizielle Begründung war „Der Penny-Markt wünscht sich keine Fußballfans“. „Wollen die nix an uns verdiene, hänn die so viel Geld?“ Also keine Getränke für die Rückfahrt. Oder? Wir jedenfalls haben noch eine Weinstube gefunden und uns mit Riesling für die Rückfahrt eingedeckt. Pröstchen!

Am Bahnhof wurde schlussendlich ein Dönerladen entdeckt. Voller Vorfreude, dass es jetzt hoffentlich was leckeres zum Essen gibt, machten sich einige Fans dorthin auf. Wir für unseren Teil mussten jedoch feststellen, dass der Döner dort genauso wenig schmeckt wie die Wurst im Stadion. Scheiß Bier, scheiß Wurst, scheiß Döner, scheiß Penny-Markt. Aalen macht keinen Spaß. Immerhin konnten wir in einer Cocktail-Bar noch zwei kühle und leckere Pils organisieren. Eine Wohltat!

So ging es auf den Rückweg nach Kaiserslautern, mit Wein, Bier, Gesängen, tollen Unterhaltungen und einer verlorenen Partie FIFA 12 mit Lautern gegen Gladbach auf dieser neuen PS Vita, bei dem ich nicht wirklich weiß wie das Dingen wirklich funzt. Zumale das Handling wirklich komplett anders ist im Gegensatz zur PSP zum Beispiel. Naja, andere Baustelle. Probieren wir das nochmal wenn ich… einen klareren Kopf habe.

Und so ging auch diese Auswärtsfahrt zu Ende. Aalen ist zwar nicht wirklich toll, aber eine Auswärtsfahrt lohnt sich eigentlich immer. Allein schon wegen den Leuten, mit denen man unterwegs ist.

So viel von mir. Ich such jetzt mal die Adresse des Restaurants meines neuen Freundes heraus, der uns angeboten hatte, beim nächsten Auswärtsspiel mal vorbeizuschauen.

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„Zaubermaus“ Ratinho

3 Gedanken zu „„Auswärtsfahren macht schön…“

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