Beschaulicher Osterausflug mit Schönheitsfleck Fußball: Sandhausen 1:1 Lautern

Frohe Ostern, alle miteinander! Wie es sich zum Fest gehört plante die ganze FCK-Familie am gestrigen Sonntag einen gemeinsamen Ausflug. Ziel der Reise war das beschauliche Sandhausen in der Nähe von Walldorf. Viele Unerschüttliche machten bereits Monate vorher eine Fahrradtour zum Spiel nach Sandhausen aus. So kamen trotz widrigen Wetterverhältnissen ca. 500 Lautrer Schlachtenbummler mit dem Fahrrad zum Heimspiel im Hardtwaldstadion.

Nach der Ankunft des Sonderzuges in Wiesloch-Walldorf gings mit den Shuttlebussen zum mitten im Wald gelegenen Stadion Sandhausens. Wie es sich für einen Osterausflug gehört stand auch Tippelei an: Ca. einen knappen Kilometer waren es von der Haltestelle durch den Wald bis zum Gästeblock.

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Das 12.000 Zuschauer fassende Hardtwaldstadion wurde so von knapp 8000 Lautrern befüllt, die vor dem Spiel auch durchaus zeigten welch stimmungsmäßiges Potential gestern da gewesen wäre. Nur im Sandhausener Fanblock waren die Schwarz-Weißen in der Überzahl, sonst waren im weiten Rund die Pfälzer deutlich in der Überzahl.

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Der FCK auf den Rängen legte gut los, baute jedoch im Spiel immer weiter ab. Ein Grund dafür dürfte wohl sein dass die Aktiven sehr weit auseinander in verschiedenen Blöcken standen. Berichte von Fernsehzuschauern (!), nach denen aber immer die „Anti-Gesänge“ der Lautrer am Lautesten waren, stimmten erstens nicht und brachten mich zweitens ziemlich auf die Palme. Ihr macht das an der Fernseh-Übertragung fest, was genau laut und was leise war? Vertraut darauf, dass ein Fernsehsender aus jedem Winkel des Stadions den Ton via Mikrofon abfängt und je gleichlaut in das Signal einspeist? Solche Detail-Feststellungen Stimmung betreffend via Fernseher sind Firlefanz und einfach nur dämlich, Leute.

Der FCK auf dem Platz legte jedoch schon bescheiden auf dem Rasen los: Gab in der ersten Viertel Stunde das Heft an den Tabellenvorletzten ab und ließ sich sehr weit hinten rein drücken. Die Defensive funktionierte in dieser Phase überhaupt nicht, Sandhausen hatte genügend Chancen um ein Tor zu erzielen.

Auf der anderen Seite, Freistoß von Löwe… Idrissou steigt am Höchsten, der Ball als Bogenlampe fliegt über Ischdonat hinweg, der ohne Chance… 1:0 für Lautern! Das ganze Stadion, rundherum, sprangen Leute auf, lauter Jubel, Tor für das gefühlte Heimteam! Und auch in der Folge blieb der FCK am Drücker, vergab jedoch beste Chancen, zum Beispiel in Form von Bunjaku, der nach einem schnellen Freistoß von Baumjohann frei vor Ischdonat vergibt und den Ball direkt auf den Torwart haut.

In der Halbzeit am Würstchenstand zeigte sich dann wieder das durchaus sympathische und zum Osterausflug passende Provinzflair: Drei Herren grillten eifrig ihre Würstchen, kassierten mit der Blechkasse und verlangten 2,50 Euro für die Wurst. Da kann man nicht meckern, zumale die Wurst auch echt gut schmeckte. Im Holz-Unterstand, unter dem die Würstchen verkauft wurden, hing ein Holzschild mit „SV Sandhausen 1916 e.V. Jugendabteilung“. Echt ulkig, und auch echt sympathisch.

In der zweiten Hälfte hatte der FCK auch viele Chancen, vergab diese jedoch kläglich (Baumjohann schießt lieber selbst, statt den frei stehenden Köhler anzustehen). Doch auch der SV Sandhausen gab nie auf, und so geschah was geschehen musste: Riemann umkurvt auf der rechten Seite Löwe, schlägt die harte, flache Flanke direkt vor das Tor – und Sippel faustet sich den Ball ins eigene Netz. Der Sippel, der uns in der Saison schon so viele Punkte rettete, sich so viel Kredit verschafft hat, sollte auf einmal ein Buhmann und Schuld daran sein, dass wir hier heute vielleicht mit zwei Punkten weniger heimfahren? Selbst wenn ein Spieler einen entscheidenden Fehler macht, hat eine ganze andere Mannschaft genügend Zeit (gehabt), den Fehler wieder gut zu machen. Aber das Sippel jetzt zum großen Sündenbock deklariert wird, finde ich unpassend, um nicht zu sagen eine Sauerei.

Danach war das Lautrer Team wütend und versuchte es immer wieder, scheiterte jedoch an seinem Unvermögen. Bezeichnend die Szene, als sich Hoffer freispielt, alleine auf das Tor zugeht und lieber den Ball noch ein, zwei Mal mitnimmt anstatt einfach mal draufzuhalten. Der FCK wollte, jedoch zu wenig, zu spät.

Und so kommt es, dass die elf Punkte Vorsprung, die der FCK nach dem 16. Spieltag auf den 1. FC Köln noch hatte, jetzt futsch ist, genauso wie der dritte Platz. Am Freitag kommt Köln mit 8000-10.000 Fans nach Lautern und wird sich den Arsch aufreißen den ungeliebten Gegner aus der Pfalz vor eigenem Publikum zu schlagen, denn die Mannschaft ist heiß und die Fans hungrig auf den Aufstieg. In der turbulenten Medienmetropole Köln zieht alles an einem Strang, was in Kaiserslautern gerade nicht der Fall ist. Die Mannschaft zeigt schon über Wochen eine katastrophale Moral, taktische Defizite und das Tuch zwischen Fans und Trainer/Vorstand ist sowieso schon seit nem guten Jahr stark angeschnitten. Auch diese Woche wird Kuntz nicht den Schritt gehen, Foda zu entlassen, so weit lehne ich mich aus dem Fenster. Was nächste Woche passiert wird ganz stark auf den Ausgang des Spiels gegen die Kölner ankommen.

So bleibt ein an sich ganz netter Osterausflug, mit einem kleinen Schönheitsfleck: Das Unentschieden gegen einen heißen Abstiegskandidaten und der Verlust des Relegationsplatzes an einen der ungeliebtesten Gegner.

PS: Wir genossen das Drumherum bei unserem Osterausflug. Und da die Polizei dieses Derby als „Risikospiel der höchsten Stufe“ (O-Ton) einstufte, durfte auch gefühlt die halbe Polizeibelegschaft Baden-Württembergs an diesem teilhaben.

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