Überstunden am Karsamstag: Mainz 05 1:1 Werder Bremen

Der Karsamstag (…) ist der letzte Tag der Karwoche und der zweite Tag des Österlichen Triduums. Auf ihn folgt der Ostersonntag. Der Karsamstag wird regional auch als Karsonnabend oder stiller Samstag bezeichnet.

Quelle: Wikipedia

So zog es mich (und wie wir noch feststellen durften noch viele andere Lautrer) am Samstag zum Spiel des SV Werder bei Mainz 05. Vom Namen her sind die Bremer klarer Favorit, jedoch sind die Vorzeichen diese Saison umgekehrt: Mainz steht auf den Europapokal-Plätzen und träumt von der Champions League-Qualifikation, Werder findet sich nach einer bis dahin katastrophalen Saison auf dem 14. Platz wieder. Vor ein paar Wochen sagte ich, in einer Bundesliga-Saison ohne Über-Bayern und Greuther Fürth wären die Bremer ein ganz heißer Kandidat auf den Abstieg. So trennen die Grün-Weißen zwar nur zwei Plätze, aber dennoch sieben Punkte vom Relegationsplatz. Augsburg jedoch spielte eine starke Rückrunde, also sollte man sich da hinten seiner Sache noch nicht allzu sicher sein. Das Gleiche gilt entsprechend auch für Fortuna Düsseldorf.

Auf dem Mainzer Bahnhofsvorplatz herrschte friedliche Stimmung durch mehr oder weniger lautstark singende Bremer Fans. Viele Interessierte aus Kaiserslautern fanden sich auch ein (von denen man den ein oder anderen auch am nächsten Tag in Sandhausen wieder sehen sollte…), sogar der ein oder andere „Werder und der FCK“-Gesang wurde von grün-weißer Seite angestimmt. Von einem freundlichen Werder-Fan dann noch die nötige Stehplatzkarte bekommen, super Sache.

Am Stadion dann lasche Kontrollen, nur einmal schnell drübergestriffen und schon wurde man mit einem „Viel Spaß“ gen Gästeblock geschickt.

IMG_1801Zum Einlaufen präsentierte Mainz eine nette Choreo mit dem Thema „Wie könnten wir deinen Geburtstag vergessen“ zum 108.-jährigen Vereinsjubiläum. Was dann wohl nicht ganz so geplant war  war der wohl deutschlandweit erste Fall von „Choreo-Bombing“: Oben links neben der eigentlichen Choreografie wurde eine Blockfahne mit der Aufschrift „Mainzer Hurensöhne“ gehisst, für welche sich später eine Gruppe von Eintracht Frankfurt verantwortlich zeigte

UnbenanntBild: Sky

Das Spiel hat noch nicht richtig angefangen – manch einer war noch bei den Bratwurstständen – da stand es schon 1:0 für Mainz. 12,56 Sekunden nach dem eigenen Anstoß kassierte Werder das schnellste Bundesliga-Tor nach einem eben solchen. Das saß erstmal.

Stimmungsmäßig ging auf beiden Seiten am stillen Samstag ziemlich wenig. Mainz war kaum zu vernehmen (die Klatschpappen-Gegengerade hatte am Samstag überhaupt nichts zu vermelden), Bremens Fans legten auch einen eher schwachen Auswärts-Auftritt hin, denn auch da ging über weite Strecken ziemlich wenig. Angesichts der prekären sportlichen Situation aber auch ein wenig verständlich.

Werder gelang noch in der zweiten Hälfte der Ausgleich. Irgendwie hatte ich dieses Mal den Eindruck, man sieht aus dem Gästeblock sehr schlecht, denn wenn sich alle nach vorne lehnen sieht man nicht, was im Strafraum vor der Gästetribüne abgeht. Ich konnte jedenfalls nur erahnen dass die Bremer ein Tor geschossen haben. Warum mir das beim Spiel letztes Jahr mit dem FCK nicht auffiel… Keine Ahnung, wahrscheinlich weil ich spätestens nach dem 0:1 in ein temporäres Wachkoma gefallen bin…

Mainz hätte in Endeffekt den Sieg verdient gehabt, Mielitz jedoch hielt einige Hunderprozentige klasse und kämpfte sich so zurecht in einige Elfen des Tages.

Auf der Rückfahrt nach Kaiserslautern noch einige bekannte Gesichter aus Mainz getroffen, wenngleich die Begegnung mal mehr und mal weniger erfreulich war. Im Endeffekt ein netter Hopping-Trip zu einem Bundesligaspiel. Am stillen Samstag.

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