Mein Verein ist alles…

Kampf. Wille. Leidenschaft. Fragt man ältere Fußball-Fans in Deutschland nach den Worten, die den 1. FC Kaiserslautern im Allgemeinen beschreiben, wären das wohl die Worte. Kaum ein Verein in Deutschland identifiziert sich mit diesen Werten und legt so viel Wert darauf. Jedenfalls versucht er das. Kampf, Wille, Leidenschaft, Dinge, die heutzutage beim FCK mehr von oben herab verordnet werden als wirklich gelebt.

Es ist geradezu beschämend… oder nein. Das Spiel in Aue war beschämend. Und eines selbsternannten Aufstiegsaspiranten unwürdig. Es reicht nicht, in den großen Spielen wie gegen Köln Spitzenleistungen zu bringen.

Und vor allem reicht es nicht, ein 0:1 auf gegnerischem Platz zu verwalten. Aue drückte das ganze Spiel, hatte genügend Chancen, hätte das Spiel durchaus sogar gewinnen können. Stattdessen wechselt Foda beim Stand vom 1:0 zur Halbzeit defensiv aus, möchte wieder das Ergebnis verwalten. Dieses „ein 1:0 verwalten“ kostete uns diese Saison bereits 16 Punkte. 16 Punkte, mit denen der FCK gar Tabellenführer wäre. Und die Position inne hätte, die mit diesem Kader durchaus machbar ist. Ein Kader, der auf dem Papier sogar stärker sein dürfte als in der Aufstiegssaison 2010. In einer damals sogar stärker besetzten Liga.

Am Montag gab es viel zu kritisieren. Merkwürdigerweise hat sich unser Vorstandsvorsitzender Stefan Kuntz nach diesem schlechten Spiel nicht zu Wort gemeldet. Vielleicht tut er das ja demnächst wieder – nach einem starken Auftritt. Um seine Kritiker zurecht zu weisen. Die im Kern eigentlich recht haben.  Vielleicht täte Kuntz gut daran, einen „unbezahlbaren“ Sportdirektor einzustellen, der eine langfristige Philosophie entwickelt und den Trainerstab/den Kader entsprechend ersetzt. Denn – da ist sich ein Großteil des Fanlagers ungewöhnlich einig – Foda ist in Kaiserslautern gescheitert. Auch wenn er seine (mittlerweile geänderten) Saisonziele erreicht: Platz fünf. Wobei das im Vorfeld der Saison der Aufstieg war. Wahrscheinlich glaubt Foda selbst nicht mehr an sich und den Aufstieg. Foda und Lautern – das wird wohl kein Happy End. Wieder einmal.

Mein Verein ist alles – aber zur Zeit nicht der Verein, wie ihn seine Fans lieben lernten. Oder wie er sich selbst sieht.

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