Der Vorstand des FCK in „Worte vs. Taten“

fritz walter doppelhalter

 

Der Vorstand um den Vorsitzenden Stefan Kuntz erzählt den Fans in den letzten Wochen und Monate viele Dinge – um dann doch nach außen hin komplett gegensätzlich zu handeln. Ich habe mir hier mal die letzten drei Vorfälle dieser Art unter die Lupe genommen…

 

Thema Sicherheitskonzept:

Worte: Der FCK kündigt Mitte Oktober an, das Sicherheitskonzept nicht zu unterschreiben. Es bringe mehr negative Konsequenzen für den friedlichen Stadiongänger mit. Außerdem sollten die sicherheitstechnischen Angelegenheiten lokal gelöst werden (via FCK-Webseite). Kuntz sagte, die Medien würfen Randale und Pyrotechnik, aber auch den Vorfall beim Relegationsspiel in einen Topf. Er sagte, es bräuchte kein Sicherheitskonzept, ein Stadionbesuch sei sicher (gesagt bei der JHV 2012).

Taten: Nur Union Berlin und St. Pauli verweigerten sich der Zustimmung zum Sicherheitskonzept und lehnten alle Punkte ab (via Der Betze brennt). Der FCK stimmte allen 16 Anträgen zu. Kuntz sagte danach, es würde sich auf dem Betzenberg ja sowieso nichts ändern (via FCK-Webseite). Die 180°-Wendung der eigenen Meinung ist bemerkenswert.

 

Thema Stadionverbote:

Nach dem Waldhof-Spiel verhängte der FCK 52 Stadionverbote – einige auf Bewährung mit Möglichkeit zur Verkürzung (via FCK-Webseite). Es wird von einer „individuellen Prüfung aller Sachverhalte“ gesprochen, wobei jedoch unwahrscheinlich ist, dass dies in so einer kurzen Zeit überhaupt geschehen konnte (mehr bei Jochen Grotepaß‘ Blog).

Nur wenige Tage später sagt Stefan Kuntz in einer SWR4 Klartext-Sendung zum Thema Fußball und Gewalt, er sei grundsätzlich kein Fan von Stadionverboten. Einen vorsichtigen Umgang damit hat er jedoch wenige Tage zuvor nicht bewiesen…

 

Thema FCK-Fanabteilung:

Worte: Der FCK sagt auf der JHV 2012, dass er einer Fanabteilung nicht abgeneigt sei und diese nicht verhindern wolle (gesagt bei der JHV 2012, auch hier bei Der Betze brennt nachzulesen). Ein sorgfältig ausgearbeitetes Konzept wurde dem Verein im April 2013 überreicht.

Taten: Der FCK lehnte heute die Gründung der Fanabteilung ab, weil es keine Notwendigkeit gäbe und die momentan gegebenen Strukturen ausreichen würden. Im Herbst würde der Vereinsrat in diesem Konflikt entscheiden (beide Punkte via Perspektive FCK). Warum dem Vorstand erst jetzt kommt, dass eine Fanabteilung unnütz sei, und warum er das nicht stattdessen spätestens bei der JHV sagte, bleibt ungewiss.

 

Stefan Kuntz bemüht sich in der Außendarstellung immer darum, die Einzigartigkeit dieses Vereins zu festigen. Vor allem er jedoch selbst ist es, der es verhindert, dass der FCK „weg vom Mainstream“ der anderen Vereine kommt und etwas (auch nach außen hin) besonderes werden kann. Vereine wie Union Berlin machen es vor, wie es sein könnte. Und gerade in Kaiserslautern sind die Voraussetzungen eines solchen „individuellen Vereins“ nahezu ideal. Jeder Fan des FCK weiß, dass der Verein sich im sportlichen Bereich den Gegebenheiten der Bundesliga und auf europäischer Klubebene anpassen muss. Jeder akzeptiert (oder registriert), dass es keine Spieler mehr gibt, die eine Karriere lang nur noch für ihren Verein spielen. Aber in der Beziehung zu seinen Fans hat der FCK es selbst in der Hand, etwas Besonderes aus sich zu machen. Für uns alle, für jeden Fan ist der Betze etwas besonderes. Nach außen hin jedoch nur bedingt bis gar nicht. Oder nicht mehr. Aber das ist ein Umstand, der sich ändern lässt. Jedoch wohl nicht mit einem Stefan Kuntz als Vorstandsvorsitzenden. Zumindest solange nicht, bis vielleicht ein Umdenken einsetzt.

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