(Bloß keine) Ruhe, bitte!

Minimalstes Minimalziel erreicht! Der FCK schafft nach dem 3:1-Erfolg in Regensburg den lang ersehnten ersten Auswärtsdreier seit einiger Zeit – und vor allem die Teilnahme an der Relegation! Der wohl wichtigste Sieg seit Wochen. Und doch hat er einen bitteren Beigeschmack…

Der FCK über das gesamte Spiel gesehen die bessere Mannschaft, ohne das Spiel jedoch zu dominieren. Hoffer ersetzt den verletzten Bunjaku mehr als nur gut, trifft selbst zum 1:0 (12. Minute) und bereitet das 2:0 von Idrissou (20.) vor. Insgesamt starker Auftritt von Hoffer, der in dieser Form auch im nächsten Spiel einen (dann womöglich) immernoch verletzten Bunjaku wieder vertreten könnte. Oder in der Relegation einen gesperrten Idrissou: Dieser versäumte es (im Gegensatz zu Dominique Heintz, bekam seine fünfte Gelbe) sich heute die zehnte gelbe Karte zu holen. Heintz ist damit im letzten und irrelevanten Spiel gegen St. Pauli gesperrt, während Idrissou bei neun Gelben verbleibt und höchst gefährdet ist, in einem Relegationsspiel zu fehlen. Neu hinzu zu den Sorgenkindern kam heute Ariel Borysiuk, der heute auch seine neunte Gelbe sah und ebenfalls in einem Relegationsspiel auszufallen droht.

Zurück zum Spiel: In der 27. Minute kam der Jahn noch einmal auf 2:1 ran (Torschütze Ziereis), verpasste es jedoch nachzulegen, wenngleich sich auch nur noch wenige Chancen boten. In der 84. haut Orban dann die Flanke von Baumjohann per Kopf noch zum 3:1 in die Maschen und markierte damit sein erstes Profitor. Bis zum Abpfiff passierte dann nichts mehr, Lautern sichert sich die Relegation, da war es dann auch egal, dass Köln verloren hat. Erleichterung bei den Fans.

Der Vorstandsvorsitzende Stefan Kuntz sah dann mal wieder – wie nach dem Spiel gegen den 1. FC Köln – die Gelegenheit, die Gunst der Stunde zu nutzen und seinen bösen Kritikern mal wieder eins reinzuwürgen. Er ließ im Sky-Interview verlauten, dass er nicht verstehen könne dass die Fans das Erreichen des Relegationsplatzes nicht richtig feiern und dass Fans, die sich über diesen Relegationsplatz nicht freuen könnten, beim FCK falsch seien. Entschuldigung, Herr Kuntz, aber was genau haben wir denn genau erreicht? Wir haben uns einen dritten Platz erkämpft, der einem eine Chance gewährt, über den Umweg Relegation in die erste Liga aufzusteigen. Natürlich freuen wir uns, dass wir diesen Platz zumindest mal gesichert haben – aber uns steht noch Arbeit bevor. Da gibt es auch keinen Grund, dass die Fans oder die Mannschaft groß feiern sollte. Es gilt weiter die Konzentration oben zu halten. Und vor allem: Natürlich sind wir erleichtert, natürlich freuen wir uns – aber so ein verbaler Rundumschlag ist einfach mal wieder unnötig und passt irgendwie dann auch wieder in das Image, dass der Verein und insbesondere Stefan Kuntz in der Rückrunde von sich geben. Statt zu sagen „Wir haben jetzt das Minimalziel in der Liga erreicht, jetzt gilt es zusammen an einem Strang zu ziehen und die Relegation zu schaffen“ spaltet Kuntz jetzt wieder die Fans in die „lieben braven“ und die „bösen Kritiker“. Besonders auffällig ist, dass von Kuntz in schwächeren Phasen gar nichts zu hören ist. Nach der „Sternstunde“ des 3:0 gegen Köln folgte der erste verbale Einlauf Kuntz‘ (siehe hier oder in früheren Blogeinträgen). Danach folge das blamable 1:1 in Aue – kein Wort von Kuntz. Genauso wenig nach der bitteren 1:4-Pleite in Cottbus. Sollte ein Vorstand nicht nach Ruhe und Eintracht streben? Vielleicht den Fans die Hand reichen? Sagen „lasst uns mal reden“? Die Fans sind seit der desaströsen letzten Saison berechtigt kritischer geworden, aber jemandem scheint das hier überhaupt nicht zu gefallen. Was Kuntz macht, grenzt schon fast an den Tatbestand des vereinsschädigenden Verhaltens.

Kuntz beweist dieses Jahr alles andere als eine glückliche Wortwahl in den Medien. Vielleicht wird es besser, wenn – im Falle eines Aufstiegs – der Sportdirektor endlich kommt und Kuntz in die zweite Reihe verweist.

Genug jetzt des Geschwätzes, hoffentlich versteht Kuntz irgendwann selbst, was er da verbockt. Spätestens bei der Jahreshauptversammlung am Ende des Jahres wird er es sicher auch noch einmal gesagt bekommen. Wenngleich ein reinigendes Gewitter (vielleicht eine Aussprache) diese Woche gut täte. Um sich dann vollends auf das eigentliche Ziel zu konzentrieren: Auf in die Relegation, klar machen zum Entern!

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